VDIV Die Stimme
25.09.2019

Nachfrage übersteigt Angebot bei Eigentumswohnungen in Deutschland

Im vergangenen Jahr wurden in den 82 vom „Accentro Wohneigentumsreport 2019” erfassten deutschen Großstädten rund 125.000 Eigentumswohnungen verkauft. Das sind etwa 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Unabhängig davon stieg das Umsatzvolumen um circa 4,1 Prozent an. Grund ist die ungebrochene Dynamik des Kaufpreiswachstums.

Während die Verteuerung von Eigentumswohnungen im Jahr 2017 noch 4,5 Prozent betrug, erhöhten sich die Preise in den nachfolgenden zwölf Monaten um mehr als 6,8 Prozent. Die steigenden Kaufpreise sorgten dafür, dass sich das Umsatzvolumen 2018 gegenüber dem Vorjahr um gut 4,1 Prozent auf circa 31,6 Milliarden Euro erhöhte.

Durchschnittlicher Kaufpreis erstmals über 250.000 Euro

Der durchschnittliche Kaufpreis einer Wohnung lag mit 253.674 Euro im Vorjahr erstmals über der Schwelle von einer Viertelmillion Euro. In sechs Städten kosteten Wohnungen durchschnittlich mehr als 300.000 Euro, in drei davon sogar über 400.000 Euro. Hohe Preise zahlten Käufer insbesondere in den Ballungsregionen. So mussten Erwerber in Berlin im Schnitt 321.578 Euro aufwenden. Das ist ein Plus von mehr als 21,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2017 betrug der Anstieg noch moderate 5,5 Prozent. Unabhängig davon bleibt die Nachfrage nach Eigentumswohnungen weiter hoch. Allerdings hinkt das Angebot der Nachfrage deutlich hinterher.

Einbrechende Verkaufszahlen beim Neubau

Die Zahl der verkauften Neubauwohnungen ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutschlandweit um 11,6 Prozent zurückgegangen. Vor allem in den sieben bevölkerungsreichsten deutschen Städten zeigt sich ein zunehmend enger werdender Markt. In Berlin, dem größten und wichtigsten Wohnungsmarkt, und in Frankfurt a. M. gingen die Verkaufszahlen im Neubau jeweils um 21,2 Prozent zurück, in Düsseldorf und Köln sogar um 33,4 beziehungsweise um 45,8 Prozent. Nur Hamburg wartet mit einer positiven Bilanz auf: Um 14,9 Prozent hat die Zahl der verkauften Neubauwohnungen in der Hansestadt zugenommen.

Die Folge: Für potenzielle Käufer wird es auf einem kleineren Markt immer schwieriger, ein für sie passendes Angebot zu finden. Mit Blick auf die unzureichende Bautätigkeit ist anzunehmen, dass sich daran in naher Zukunft nichts ändert.