VDIV Die Stimme

Verwaltervergütung

Verwaltung ist eine qualifizierte Dienstleistung, deren Komplexität und Umfang oft unterschätzt wird. Je nach Art der Verwaltung werden unterschiedliche Anforderungen an den Umfang dieser Tätigkeit gestellt.

Wie jede Dienstleistung wird auch hier die Leistung durch qualifizierte Mitarbeiter erbracht. Das Entgelt bestimmt sich daher durch die erwartete Güte und den Leistungsumfang. Wer eine umfassende und nachhaltige Verwaltung seines Vermögens erwartet, sollte bei der Wahl des Verwalters nicht den Preis als ausschlaggebendes Kriterium anführen. Auch ein Preisvergleich verschiedener Anbieter ohne die zugrundeliegenden Leistungen genau zu berücksichtigen ist nur schwer möglich.

Die Entgelte für Verwalter variieren je nach Umfang des Leistungspaketes und Größe der Wohnanlage, bzw. Anzahl der zu betreuenden Wohneinheiten (WE). Einen detaillierten Überblick über die Vergütungsstrukturen im Jahr 2017 gibt das » 6. VDIV-Branchenbarometer vom Frühjahr 2018 (pdf).

Vergütung WEG-Verwaltung

In der WEG-Verwaltung stehen das Gemeinschaftseigentum und das Vermögen der WEG im Mittelpunkt. Die Grundleistungen sind durch das Wohnungseigentumsgesetz definiert und werden im Verwaltervertrag konkretisiert. Zusätzliche Leistungen wie etwa die Durchführung außerordentlicher Eigentümerversammlungen oder die Betreuung großer Sanierungsmaßnahmen stellen Leistungen dar, die in der Regel gesondert honoriert werden.

Angaben über die durchschnittliche Höhe der pauschalen Grundvergütung sind äußerst schwierig zu treffen. Denn diese hängt maßgeblich von der jeweiligen Region und der Größe der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ab. Neuere Tendenzen zeigen aber, dass insbesondere kleinere WEG deutlich mehr für eine professionelle Immobilienverwaltung zahlen müssen. Oft benennt dabei die Immobilienverwaltung einen monatlichen Festpreis für die gesamte WEG.

Megatrends wie die Digitalisierung, erhöhte Anforderungen durch zusätzliche gesetzliche Auflagen, neue Aufgabenfelder sowie Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter sind kostenintensiv – aber im Interesse der WEG. Eigentümer sollten daher Verständnis für eine Anhebung der Vergütung zeigen, wenn sie eine professionelle Verwaltung ihrer Immobilie erwarten – die nicht zuletzt die wichtigste und größte Investition vieler Eigentümer ist.

Vergütung Miet- und Sondereigentumsverwaltung

Wesentliche Aufgaben der Miet- und Sondereigentumsverwaltung sind die Betreuung der Mieter von der Wohnungsübergabe über die Erhebung der Miete bis zur Nebenkostenabrechnung sowie das Händeln der technischen Angelegenheiten der Immobilie. Gesetzliche Vorgaben zur Mietverwaltung gibt es – anders als bei der WEG-Verwaltung – nicht. Daher wird der Umfang der Dienstleistungen durch den Verwaltervertrag geregelt.

Auch hier ist die Höhe der Vergütung abhängig von verschiedenen Faktoren wie der jeweiligen Region und der Größe des Objekts. Entsprechend groß sind die deutschlandweiten Unterschiede. Zudem ist es bei Mietverwaltung weit verbreitet, keinen Regelsatz zu erheben, sondern eine prozentuale Vergütung, die an die Miete angelehnt ist. Dies erschwert sinnvolle Aussagen über die durchschnittliche Vergütung pro Einheit zusätzlich.

» VDIV-Musterverträge für diverse Verwaltungsarten