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Baugenehmigungen auf historischem Tiefstand – Wohnungsnot verschärft sich

Mit nur 215.900 genehmigten Wohnungen im Jahr 2024 setzt sich der Abwärtstrend der letzten Jahre fort. Der Rückgang um 16,8 % im Vergleich zu 2023 zeigt die dramatische Lage der Baubranche. Experten fordern eine Kehrtwende in der Baupolitik, um den Wohnungsmarkt zu stabilisieren und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Der deutsche Wohnungsbau steckt in der Krise: 2024 wurden nur 215.900 neue Wohnungen genehmigt, ein Rückgang von 16,8 % gegenüber dem Vorjahr. Das ist der niedrigste Wert seit 2010 und ein alarmierendes Zeichen für den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt. Besonders betroffen sind Einfamilienhäuser (-20,3 %) und Mehrfamilienhäuser (-19,7 %), die maßgeblich zur Deckung des Wohnraumbedarfs beitragen.

Die Baugenehmigungszahlen gelten als Frühindikator für die zukünftige Bauaktivität. Der drastische Rückgang lässt daher erwarten, dass auch die Fertigstellungen in den kommenden Jahren weiter sinken. Dabei werden allein in den Großstädten und Ballungsräumen Hunderttausende Wohnungen dringend benötigt.

Experten sehen die Ursachen nicht nur in steigenden Bauzinsen und hohen Materialkosten. Sie kritisieren vor allem politische Fehlentscheidungen, wie die zwischenzeitliche Aussetzung der Neubauförderung und steigende energetische Anforderungen. Diese hätten die Kosten weiter in die Höhe getrieben und Bauprojekte unattraktiv gemacht.

Für eine Trendumkehr fordert die Bau- und Immobilienwirtschaft ebenso wie der VDIV:

  • Bürokratieabbau und einfachere Bauvorschriften
  • Vereinfachung der Landesbauordnungen
  • Wiedereinführung der Förderung für den EH55-Standard
  • Senkung der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber
  • Planbare und verlässliche Förderpolitik

Obwohl Bundesbauministerin Klara Geywitz eine Trendwende für 2025 prognostiziert, bleibt die Lage angespannt. Die Branche erwartet für 2025 nur 230.000 Neubauwohnungen – weit entfernt von den benötigten 400.000 Einheiten pro Jahr. Ohne entschlossenes politisches Handeln droht die Wohnungsnot in Deutschland weiter zu eskalieren.