Nachhaltigkeitstipp von EnBW

Nachhaltig steuern statt nur beschaffen: Dynamische Stromtarife als Chance für die Wohnungswirtschaft

VDIV NL 07-2 Nachhaltigkeitstipp

© EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Die Energiewende verändert nicht nur die Art der Stromerzeugung, sondern auch die Art des Stromverbrauchs. Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien schwanken die Strompreise im Tagesverlauf zunehmend – je nachdem, wie viel Wind- oder Solarstrom aktuell verfügbar ist. Dynamische Stromtarife greifen diese Entwicklung auf und schaffen finanzielle Anreize, Strom dann zu nutzen, wenn er besonders günstig und gleichzeitig klimafreundlich erzeugt wird.

Für WEG- und Mietverwaltungen eröffnet diese Entwicklung neue Möglichkeiten bei der Bewirtschaftung von Wohngebäuden. Insbesondere dort, wo Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur oder andere steuerbare Verbrauchseinrichtungen zum Einsatz kommen, können flexible Tarifmodelle einen wichtigen Beitrag zu einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Energieversorgung leisten.

Dynamische Tarife: Mehr als ein neuer Strompreis

Im Unterschied zu klassischen Stromlieferverträgen orientiert sich der Arbeitspreis bei dynamischen Tarifen am aktuellen Börsenpreis und verändert sich stündlich oder sogar viertelstündlich. Wer seinen Stromverbrauch gezielt in günstige Zeitfenster verlagern kann, profitiert von sinkenden Beschaffungskosten und unterstützt gleichzeitig die Integration erneuerbarer Energien sowie die Entlastung der Stromnetze.

Daneben gewinnen auch zeitvariable Tarife an Bedeutung. Hier stehen die Preisfenster bereits im Voraus fest und bieten dadurch eine höhere Planungssicherheit. Beide Modelle verfolgen dasselbe Ziel: Lasten intelligent zu steuern und erneuerbare Energien möglichst effizient zu nutzen.

§ 14a EnWG schafft zusätzliche Anreize

Mit der Neuregelung des § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) wurden die Rahmenbedingungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen neu gestaltet. Im Gegenzug für eine netzdienliche Steuerbarkeit profitieren Betreiber von reduzierten Netzentgelten. Damit gewinnt auch die Wahl des passenden Tarifmodells zunehmend an Bedeutung. Nach Einschätzung der EnBW sollte die Energiebeschaffung bereits bei der Planung oder Modernisierung einer Liegenschaft gemeinsam mit der technischen Gebäudeausstattung betrachtet werden. Denn erst das Zusammenspiel aus intelligenter Messtechnik, steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und geeigneten Tarifmodellen ermöglicht es, wirtschaftliche Potenziale umfassend auszuschöpfen.

Für welche Liegenschaften lohnt sich ein genauer Blick?

Besonders interessant sind dynamische oder zeitvariable Tarife für Mehrfamilienhäuser mit zentralen Wärmepumpen, gemeinschaftlich genutzter Ladeinfrastruktur oder intelligenten Energiemanagementsystemen. Je flexibler sich Verbrauchseinrichtungen steuern lassen, desto größer ist das Potenzial, günstige Strompreisphasen zu nutzen.

Voraussetzung ist in der Regel ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das den Verbrauch zeitgenau erfasst und eine entsprechende Abrechnung ermöglicht. Mit dem fortschreitenden Smart-Meter-Rollout lohnt es sich daher, bestehende Beschaffungsstrategien regelmäßig zu überprüfen und an die neuen technischen Möglichkeiten anzupassen.

Für professionelle Immobilienverwaltungen steht dabei nicht die kurzfristige Optimierung einzelner Strompreise im Vordergrund, sondern eine langfristig wirtschaftliche und nachhaltige Gesamtstrategie für die betreuten Immobilien. Dynamische Tarifmodelle können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten – insbesondere dann, wenn sie frühzeitig in die Planung von Sanierungsmaßnahmen oder den Ausbau von Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur integriert werden.

Beratung durch den Nachhaltigkeitspartner des VDIV

Sie möchten Ihre Beschaffungsstrategie überprüfen oder sich zu Marktentwicklung und Tarifmodellen beraten lassen? Dann sprechen Sie die Expertinnen und Experten der EnBW gerne an. Neben klassischen B2B-Tarifen (mit 100 % Toleranzband für witterungsbedingte Einflüsse) bietet die EnBW auch Spezialtarife für Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur (§ 14a Modul 2). Interessierte erreichen das Team per E-Mail an immoplus@enbw.com