News

Baukosten unter Druck: Politik sucht Wege für einfachere Standards

Steigende Material-, Energie- und Finanzierungskosten belasten den Wohnungsbau weiter. Bauministerin Verena Hubertz will mit einfacheren Baustandards, neuen KfW-Fördermodellen und einer Bundes-Wohnungsbaugesellschaft gegensteuern.

Der Wohnungsbau steht weiter unter massivem Kostendruck. Steigende Preise für Stahl, Beton, Dämmstoffe, Folien und Diesel verteuern Bauprojekte spürbar. Nach Angaben aus der Baupraxis liegen die Baukosten in einzelnen Bereichen bereits drei bis fünf Prozent höher als vor dem Irankrieg. Eine schnelle Entspannung wird nicht erwartet.

Bauministerin Verena Hubertz will dieser Entwicklung mit mehreren Maßnahmen begegnen. Im Zentrum steht ein neuer Gebäudetyp E, der einfachere Baustandards ermöglichen soll. Geplant ist ein Vertragsmodell im Bürgerlichen Gesetzbuch, das nicht automatisch auf maximal technisch mögliche Standards abstellt, sondern eine einfachere, rechtssichere Ausführung erlaubt. Nach Einschätzung des Ministeriums könnten dadurch zehn bis 20 Prozent der Baukosten eingespart werden.

Zugleich sollen neue Fördermodelle über die KfW den Wohnungsbau stützen. Auch eine Bundes-Wohnungsbaugesellschaft ist vorgesehen. Sie soll nicht selbst als Bauunternehmen auftreten, sondern Finanzierungsvorteile des Bundes für Bauprojekte nutzbar machen. Hintergrund ist das gute Rating des Bundes, das günstigere Konditionen ermöglichen könnte.

Für die Immobilienwirtschaft ist entscheidend, ob diese Ansätze schnell genug wirken. Die Zahl der Fertigstellungen bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück. Zugleich erschweren hohe Baukosten, steigende Finanzierungslasten und unsichere Materialpreise die Kalkulation neuer Projekte. Einfachere Standards können nur dann Entlastung bringen, wenn sie rechtssicher, bundesweit einheitlich und für Planer, Bauherren, Erwerber und spätere Nutzer nachvollziehbar ausgestaltet werden.