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Branchenbarometer 2026: Wirtschaftlich auf Wachstumskurs, personell am Limit

Die Immobilienverwaltungsbranche behauptet sich auch in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld. Das VDIV-Branchenbarometer 2026 zeigt steigende Umsätze und bessere Betriebsergebnisse. Gleichzeitig wird deutlich: Viele Unternehmen können die wachsenden fachlichen, regulatorischen und organisatorischen Anforderungen kaum noch mit den vorhandenen Kapazitäten bewältigen. Dabei trennen sich Unternehmen immer öfter von aufwendigen und unrentablen Gemeinschaften.

Die an der Erhebung beteiligten Unternehmen erhöhten ihren Umsatz 2025 durchschnittlich um 7,7 Prozent. Damit entwickelten sie sich deutlich dynamischer als der deutsche Mittelstand, dessen nominales Umsatzwachstum laut KfW-Mittelstandspanel bei 1,2 Prozent lag. Für 2026 rechnen die Immobilienverwaltungen mit einem weiteren Plus von 7,0 Prozent.

Auch die Ertragslage verbesserte sich. Das Betriebsergebnis stieg 2025 im Mittel um 12,8 Prozent. Die durchschnittliche Umsatzrendite erhöhte sich von 12,8 Prozent auf 13,4 Prozent und liegt damit weiterhin deutlich über dem Mittelstandswert von 7,0 Prozent. Die Branche erzielt diese Ergebnisse trotz einer nahezu stagnierenden Gesamtwirtschaft: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wuchs 2025 lediglich um 0,2 Prozent, während die Inflationsrate 2,2 Prozent betrug.

Kleine und mittlere Unternehmen dominieren

Die Immobilienverwaltung bleibt eine stark mittelständisch geprägte Branche. 90,2 Prozent der befragten Unternehmen betreuen weniger als 3.000 Einheiten, 38,5 Prozent sogar weniger als 400. Wichtigstes Tätigkeitsfeld ist weiterhin die WEG-Verwaltung, in der 93,4 Prozent der Unternehmen aktiv sind. 82,3 Prozent übernehmen zudem die Verwaltung von Mietobjekten.

Im Durchschnitt bestehen die teilnehmenden Unternehmen seit 22,6 Jahren. Fast drei von zehn Verwaltungen sind bereits länger als 30 Jahre am Markt. Zugleich zeigt sich bei den kleinsten Betrieben eine hohe Gründungsdynamik: Nahezu jede zweite Kleinstverwaltung besteht erst seit höchstens fünf Jahren.

Unternehmen überprüfen ihre Bestände

Wachstum um jeden Preis verliert an Bedeutung. Stattdessen richten viele Verwaltungen ihren Objektbestand gezielter an Aufwand, Ertrag und verfügbaren Ressourcen aus. 57,1 Prozent wollen besonders arbeitsintensive Objekte abgeben, 49,5 Prozent planen die Trennung von wirtschaftlich unattraktiven Mandaten. Lediglich 5,7 Prozent beabsichtigen, ihre bisherige Unternehmensausrichtung unverändert fortzuführen.

Vergütungen steigen 

Die durchschnittliche Vergütung je Einheit erhöhte sich 2025 in der WEG-Verwaltung um 2,7 Prozent auf 29,12 Euro. In der Mietverwaltung stieg sie um 3,4 Prozent auf 30,19 Euro.

Für 2026 planen die Unternehmen einen deutlich größeren Vergütungsschritt. Die durchschnittlich angestrebte Regelvergütung liegt bei 31,77 Euro je Einheit. Das entspricht einem Zuwachs von 9,1 Prozent. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass immer mehr Verwaltungen ihre Preise an den tatsächlichen Arbeitsaufwand und die gestiegenen Anforderungen anpassen.

Überlastung prägt den Arbeitsalltag

Die wirtschaftlich positive Entwicklung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die personellen Reserven vieler Unternehmen aufgebraucht sind. 62,1 Prozent der Befragten beschreiben ihre Verwaltung als überlastet. Nur 23,3 Prozent bewerten die eigene Auslastung als ausgewogen. Dabei nimmt der Anteil überlasteter Unternehmen mit steigender Betriebsgröße weiter zu.

Der Fachkräftemangel verschärft die Situation. Mehr als die Hälfte der Verwaltungen, die 2025 Personal suchten, konnte nicht sämtliche offenen Stellen besetzen. Gleichzeitig erhöhen Digitalisierung, ESG-Anforderungen und neue gesetzliche Vorgaben den Qualifizierungs- und Organisationsbedarf.

„Das Branchenbarometer zeigt eine wirtschaftlich robuste, aber überpropotional stark beanspruchte Branche. Um dauerhaft handlungsfähig zu bleiben, müssen Verwaltungen Leistungen präziser kalkulieren, belastbare Kennzahlen erheben und Vergütungen an den tatsächlichen Aufwand anpassen. Transparente Daten unterstützen nicht nur bei der Unternehmenssteuerung, sondern zeigen auch dem Kunden, welche Tätigkeiten konkret in der Verwaltung anfallen und vergütet werden müssen. Die Messbarkeit der Leistung ist- entscheidend für die Zukunft unserer Unternehmen.“, erklärt VDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler.

Die Umfrageergebnisse können hier abgerufen werden: https://vdiv.de/publikationen