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Bundeshaushalt 2027: Ausgaben steigen, Schulden bleiben hoch

Die Bundesregierung plant für das Jahr 2027 mit deutlich steigenden Ausgaben. Nach den Eckwerten des Bundesfinanzministeriums soll der Bundeshaushalt ein Volumen von rund 543 Milliarden Euro erreichen, ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Kabinett hat die Finanzplanung bis 2030 am 29. April 2026 beschlossen.

Zugleich bleibt die Neuverschuldung auf hohem Niveau. Für den Kernhaushalt sind neue Kredite in Höhe von 110,8 Milliarden Euro vorgesehen. Einschließlich der kreditfinanzierten Sondervermögen für Bundeswehr und Infrastruktur summiert sich die Neuverschuldung auf rund 196,5 Milliarden Euro. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll dieses Niveau weitgehend konstant bleiben, mit entsprechend steigenden Zinslasten.

Wesentliche Ausgabentreiber sind die Verteidigungsausgaben sowie die Finanzierungskosten. Der Wehretat soll 2027 deutlich wachsen und bis 2030 weiter stark ansteigen. Parallel sind umfangreiche Investitionen über Sondervermögen geplant, etwa für Infrastruktur und Klimaneutralität.

Auf der Einnahmenseite setzt die Bundesregierung auf zusätzliche Mittel und Einsparungen von insgesamt rund 20 Milliarden Euro. Konkrete Maßnahmen sind jedoch bislang kaum benannt. Diskutiert werden unter anderem neue Abgaben auf Zucker und Plastik, höhere Steuern auf Tabak und Alkohol sowie eine stärkere Besteuerung von Kryptowährungsgewinnen. Weitere Vorhaben, etwa Reformen in der gesetzlichen Krankenversicherung, bleiben noch vage.

Die Haushaltsplanung steht zudem im politischen Spannungsfeld: Diskussionen über die Schuldenbremse, mögliche Subventionskürzungen und zusätzliche Belastungen für Bürger und Unternehmen prägen die Debatte. Klar ist bereits jetzt, dass der finanzpolitische Spielraum angesichts hoher Ausgaben und dauerhaft steigender Schulden begrenzt bleibt.