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Deutschland verzeichnet europaweit die höchsten Hochwasserschäden

Deutschland ist innerhalb Europas besonders stark von den wirtschaftlichen Folgen von Hochwasser betroffen. Nach einer aktuellen Analyse von Allianz Trade summierten sich die direkten Hochwasserschäden hierzulande zwischen 2000 und 2025 auf rund 69 Milliarden Euro. Damit liegt Deutschland deutlich vor Italien und Spanien. Europaweit entstanden im selben Zeitraum Schäden von insgesamt 226 Milliarden Euro. Als wesentlichen Grund nennt die Studie die hohe Konzentration wirtschaftlicher Werte in gefährdeten Regionen.

Die wirtschaftlichen Folgen gehen weit über beschädigte Gebäude und Infrastruktur hinaus. Für den Fall eines schweren Hochwassers im Jahr 2027 modelliert die Versicherung für Deutschland innerhalb der darauffolgenden drei Jahre einen Verlust an Wirtschaftsleistung von rund 108 Milliarden Euro. Die Bruttoanlageinvestitionen könnten bis 2030 um 11,9 Prozent beziehungsweise rund 83,6 Milliarden Euro zurückgehen. Hinzu kämen Produktionsausfälle, unterbrochene Lieferketten und ein Konsumverlust von etwa 44 Milliarden Euro.

Die Analyse unterstreicht damit die wachsende Bedeutung von Klimaanpassung und vorbeugendem Hochwasserschutz – auch für Wohnungseigentümergemeinschaften und Immobilienverwaltungen. Gefährdungsanalysen, Elementarschadenversicherungen, Rückstausicherungen sowie der Schutz technischer Anlagen und Kellerräume sollten stärker in die langfristige Instandhaltungs- und Sanierungsplanung einbezogen werden.

Beim staatlichen Hochwasserschutz besteht weiterhin erheblicher Nachholbedarf. Im Nationalen Hochwasserschutzprogramm sind derzeit rund 109 Maßnahmen mit einem Finanzvolumen von etwa sieben Milliarden Euro vorgesehen. Nach Angaben des Versicherers sind von den seit 2013 geplanten Mitteln bislang jedoch nur etwas mehr als 500 Millionen Euro abgeflossen. Als Hemmnisse gelten vor allem langwierige Genehmigungsverfahren sowie die komplexe Aufgabenverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen.

Mehr dazu können Sie hier nachlesen: https://www.allianz-trade.de/presse/pressemitteilungen/allianz-trade-studie-wirtschaftliche-folgen-von-flutereignissen.html 

Im Koalitionsvertrag festgehalten ist die Einführung einer verpflichtenden Elementarschadenversicherung, ob und wann dies erfolgen wird, bleibt weiter offen.