Die EZB reagiert mit dem Zinsschritt auf die anhaltend hohe Inflation. Im August lagen die Verbraucherpreise im Euro-Raum 3,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Insbesondere der Ölpreisschock infolge des Irankriegs erhöht den Preisdruck. Die Notenbank erwartet für 2027 inzwischen eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,5 Prozent.
An den Finanzmärkten war die Zinserhöhung bereits weitgehend eingepreist. Die Erwartungen richten sich deshalb vor allem auf den weiteren Kurs der EZB. Investoren rechnen zunehmend mit weiteren Zinsschritten im Dezember und im Frühjahr.
Diese Erwartungen machen sich bereits an den Anleihemärkten bemerkbar. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg unmittelbar vor der EZB-Entscheidung auf 3,45 Prozent und erreichte damit ein neues 15-Jahres-Hoch. Seit Februar beträgt der Anstieg knapp 0,8 Prozentpunkte.
Für die Immobilienwirtschaft ist diese Entwicklung insbesondere mit Blick auf die Finanzierung relevant: Steigende Anleiherenditen können sich mit zeitlichem Versatz in höheren Bau- und Immobilienfinanzierungszinsen niederschlagen. Damit könnten Investitionen in Neubau und energetische Sanierung weiter unter Kostendruck geraten.