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EZB-Zinserhöhung verschärft Lage bei Baufinanzierungen

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins erstmals seit drei Jahren wieder angehoben. Der maßgebliche Zinssatz stieg von 2,0 auf 2,25 Prozent. Hintergrund ist die wieder anziehende Inflation, die von 1,7 Prozent im Januar auf 3,2 Prozent im Mai gestiegen ist. Für Immobilienkäufer und die Wohnungswirtschaft bedeutet die Entscheidung vor allem eines: Die Hoffnung auf kurzfristig sinkende Finanzierungskosten dürfte sich weiter abschwächen.

Zwar hatte der Markt die Zinserhöhung weitgehend eingepreist, dennoch verfestigt der Schritt der EZB das höhere Zinsniveau. Die Finanzberatung rechnet damit, dass die Bauzinsen im Durchschnitt noch um etwa 0,5 Prozentpunkte steigen könnten.

Direkt hängen Bauzinsen allerdings nicht am EZB-Leitzins, sondern vor allem an den Renditen langfristiger Bundesanleihen. Diese spiegeln das Zinsniveau am Kapitalmarkt wider und gelten als wichtiger Orientierungspunkt für Hypothekenkredite. In den vergangenen Monaten sind die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen zeitweise über drei Prozent gestiegen und erreichten damit den höchsten Stand seit 15 Jahren. Gründe sind unter anderem weltwirtschaftliche Unsicherheiten, Sorgen über die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen und steigende staatliche Investitionsbedarfe.

Das Interhyp-Bankenpanel zeigt kurzfristig ein gemischtes Bild: 75 Prozent der befragten Institute erwarten zunächst gleichbleibende Bauzinsen, 25 Prozent rechnen mit weiteren Anstiegen. Langfristig gehen die Experten eher von einer Stabilisierung auf erhöhtem Niveau aus. Ein starker Rückgang der Kapitalmarktzinsen wird derzeit nicht erwartet.

Für Käufer wird damit vor allem Eigenkapital noch wichtiger. Laut einer Interhyp-Umfrage halten 46 Prozent der Befragten Immobilien in ihrer Wunschregion für kaum leistbar. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2025. Jeder vierte Käufer gab an, beim Aufbau des Eigenkapitals durch ein Erbe oder eine Schenkung unterstützt worden zu sein. 

Das Interhyp-Bankenpanel finden Sie hier: https://www.interhyp.de/zinsen/