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Familien ziehen ins Umland, junge Menschen in die Zentren

Die Bevölkerungsstruktur deutscher Städte verändert sich deutlich. Während Familien mit Kindern die Großstädte zunehmend verlassen, ziehen junge Erwachsene und Menschen aus dem Ausland weiterhin in die urbanen Zentren. Das zeigt der Stadtentwicklungsbericht der Bundesregierung 2025, der zugleich Klimaresilienz, bezahlbares Wohnen und lebenswerte Quartiere als zentrale Aufgaben der kommenden Jahre benennt.

Der Urbanisierungstrend hält grundsätzlich an. Ende 2024 lebten knapp 83,6 Millionen Menschen in Deutschland, rund 120.000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil der Bevölkerung in Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern ist von knapp 62 Prozent im Jahr 1950 auf 86,2 Prozent im Jahr 2023 gestiegen.

Innerhalb Deutschlands verlieren die Großstädte jedoch seit 2014 kontinuierlich Einwohner. Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung 2022 und 2023: In beiden Jahren zogen jeweils rund 130.000 Menschen mehr aus den Metropolen fort als aus anderen Teilen Deutschlands dorthin. Vor allem Familien mit Kindern orientieren sich verstärkt in Richtung kleinerer Städte und Gemeinden.

Ausgeglichen werden diese Verluste durch die Zuwanderung aus dem Ausland. Für 2023 weist der Bericht einen Wanderungsgewinn der Großstädte von rund 310.000 Personen aus. Auch junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren zieht es weiterhin in die Zentren – etwa für Ausbildung, Studium und Berufseinstieg.

Das Quartier rückt in den Mittelpunkt

Als entscheidende Ebene für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung nennt die Bundesregierung das Quartier. Wohnen, Arbeiten, Handel, Freizeit und Mobilität sollen stärker miteinander verbunden werden. Zugleich sollen öffentliche Räume so gestaltet werden, dass sie den unterschiedlichen Bedürfnissen der Bewohner gerecht werden und lebendige Nachbarschaften fördern.

Neben einer guten Infrastruktur und attraktiven Freizeit- und Erholungsangeboten misst der Bericht kultureller Vielfalt und unterschiedlichen Lebensformen eine wichtige Rolle für Kommunikation und Innovation in Städten bei.

Klimaresilienz wird zum Standortfaktor

Ein Schwerpunkt liegt auf der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Städte und Gemeinden sollen widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Starkregen und weiteren Extremwetterereignissen werden. Dazu zählen der Erhalt und die Aufwertung von Grün- und Freiflächen ebenso wie ein verbesserter baulicher Hitzeschutz.

Auch die soziale Widerstandsfähigkeit von Quartieren gewinnt an Bedeutung. Stadtentwicklung soll nicht nur auf technische Klimaanpassung zielen, sondern zugleich gesellschaftliche Teilhabe, Versorgungssicherheit und stabile Nachbarschaften fördern.

Bezahlbares Wohnen bleibt Schlüsselaufgabe

Die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen bleibt eines der wichtigsten Ziele der Stadtentwicklungspolitik. Wohnkosten und die Qualität des Umfelds beeinflussen nach Einschätzung der Bundesregierung zunehmend auch die Attraktivität eines Standorts für internationale Fachkräfte.

Darüber hinaus soll die Digitalisierung stärker gemeinwohlorientiert für Stadtplanung, Verwaltung und öffentliche Dienstleistungen genutzt werden. Die Städtebauförderung bleibt dabei ein wesentliches Instrument, um Kommunen als Wohn- und Wirtschaftsstandorte zu stärken und städtebauliche Missstände dauerhaft zu beseitigen.