Mit 45 Prozent entfällt der größte Teil des Investitionsbedarfs auf den Verkehrssektor, gefolgt von der Energiewirtschaft mit 25 Prozent. Auf den Gebäudesektor entfallen 22 Prozent und damit rund 1,3 Billionen Euro insgesamt beziehungsweise 64 Milliarden Euro jährlich. Weitere acht Prozent betreffen die Industrie. Im Gebäudebereich stehen insbesondere energetische Sanierungen und die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme im Mittelpunkt.
Allerdings handelt es sich nicht ausschließlich um zusätzliche Klimaschutzinvestitionen: Auch ohne Umstellung auf klimafreundliche Technologien müssten bestehende Gebäude, Anlagen und Infrastrukturen erneuert werden. Werden ausschließlich die Mehrinvestitionen gegenüber konventionellen fossilen Technologien betrachtet, ergibt sich ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf von 65 Milliarden Euro jährlich. Die Finanzierung soll überwiegend aus privaten Mitteln erfolgen. Von den jährlich benötigten 290 Milliarden Euro entfallen 33 Milliarden Euro auf die öffentliche Hand, während Unternehmen und private Haushalte rund 257 Milliarden Euro aufbringen müssten. Die KfW betont daher die Notwendigkeit, privates Kapital zu mobilisieren und Investitionsanreize zu schaffen.
Gegenüber der Vorgängerstudie von 2021 ist der geschätzte Investitionsbedarf um eine Billion Euro gestiegen. Hauptursachen sind die zwischenzeitlichen Preissteigerungen und der anhaltende Investitionsstau. Zugleich verweist die KfW auf den wirtschaftlichen Nutzen der Transformation: Klimafreundliche Technologien können langfristig Energiekosten senken, die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten reduzieren und neue Absatzmärkte erschließen.
Die Studie zum Investitionsbedarf zum Erreichen von Klimaneutralität ist hier zu finden: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Service/Download-Center/Konzernthemen/Research/Fokus-Volkswirtschaft/