Besonders deutlich ist der Rückstand im Ausbaugewerbe, zu dem unter anderem Elektro-, Sanitär-, Heizungs- und Trockenbauarbeiten gehören. Während die reale Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigem in der Gesamtwirtschaft zwischen 1991 und 2019 um 28 Prozent zunahm, sank sie im Ausbaugewerbe um 28 Prozent. Der Hochbau verzeichnete dagegen einen Produktivitätszuwachs von sieben Prozent, der Tiefbau von 30 Prozent. Die rechnerisch fehlenden Wohnungen sind allerdings ein theoretisches Szenario und keine tatsächlich verhinderten Bauvorhaben.
Gleichzeitig steigen die Preise für Bau- und Instandhaltungsarbeiten weiter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verteuerten sich Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden ohne Schönheitsreparaturen im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,0 Prozent. Die Neubaupreise stiegen im gleichen Zeitraum um 5,5 Prozent. Bei Neubauleistungen verteuerten sich Dachdeckungsarbeiten um 7,6 Prozent, Zimmer- und Holzbauarbeiten sowie Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnik um jeweils 7,2 Prozent. Heiz- und zentrale Wassererwärmungsanlagen, darunter Wärmepumpen, wurden um 5,2 Prozent teurer, Wärmedämm-Verbundsysteme um 5,7 Prozent.
Neben Fachkräftemangel, regulatorischen Anforderungen und langwierigen Genehmigungsverfahren gelten ineffiziente Arbeitsabläufe als wesentliche Produktivitätshemmnisse. Insbesondere die Abstimmung zwischen Baustelle und Büro, Dokumentationsaufgaben, veraltete Planungsunterlagen und Nacharbeiten binden erhebliche Ressourcen. Nach Einschätzung des BDBau bieten digitale Werkzeuge und künstliche Intelligenz gerade in den ausführenden Gewerken großes Potenzial, diese Prozesse effizienter zu gestalten.
Für die Immobilienwirtschaft treffen damit zwei Entwicklungen aufeinander: Steigende Preise erhöhen die Kosten für Neubau, Instandhaltung und Modernisierung, während Produktivitätsdefizite die Leistungsfähigkeit der ausführenden Unternehmen begrenzen. Effizientere Bauprozesse können dazu beitragen, den Kostendruck zu verringern und vorhandene Kapazitäten besser zu nutzen.
Mehr zu der Studie „Hättehausen“ des BDBau können Sie hier nachlesen: https://www.benetics.ai/haettehausen, die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind hier abrufbar: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/10/PD26_360_61261.html