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Wohnungsbau: Erste Erholungssignale, aber Neubau bleibt unter Druck

Nach drei Jahren rückläufiger Entwicklung zeigt sich im Wohnungsbau erstmals wieder ein positives Signal: Die Zahl der Baugenehmigungen war 2025 um 10,8 Prozent auf rund 238.500 Wohnungen gestiegen. Zugleich bleibt die Lage angespannt, denn zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegen lange Vorläufe und der tatsächliche Neubau kommt bislang nur langsam in Gang.

Gestützt wird die leichte Belebung vor allem durch verbesserte Finanzierungsbedingungen. Ein stabileres Zinsumfeld, weitgehend konstante Baupreise und zusätzliche öffentliche Mittel, unter anderem aus dem Sondervermögen für Infrastruktur, stärken die Investitionsbereitschaft. Auch bei den Wohnungsbaukrediten ist wieder Bewegung erkennbar. Dennoch fließt ein erheblicher Teil des Kapitals weiterhin eher in Bestandsimmobilien als in dringend benötigte Neubauprojekte.

Gerade darin sehen Fachleute von Banken, Bauindustrie und aus dem Baugewerbe ein zentrales Problem. Denn trotz erster Aufhellungen reicht die Dynamik nicht aus, um den Wohnraummangel spürbar zu lindern. Nach aktuellen Erwartungen dürften 2025 nur rund 205.000 Wohnungen fertiggestellt worden sein. In den kommenden Jahren wird zunächst sogar mit einem weiteren Rückgang gerechnet, bevor ab 2028 wieder ein leichter Anstieg einsetzen könnte. Damit bleibt der Wohnungsbau deutlich unter dem Niveau, das für eine nachhaltige Entlastung des Marktes erforderlich wäre.

Als wesentliche Hemmnisse gelten weiterhin lange Genehmigungsverfahren, hohe regulatorische Anforderungen und fehlende Planungssicherheit. Aus der Branche kommt deshalb die Forderung nach deutlich mehr Tempo in den Behörden, zusätzlichem Personal sowie einem konsequenten Abbau von Vorschriften und Normen. Inwiefern der Gebäudetyp E oder der Wohnungsbauturbo hier für Abhilfe sorgen könnte, bleibt vorerst abzuwarten. 

Zugleich wird auf Potenziale innerhalb der Branche selbst verwiesen. Eine frühzeitige Bündelung von Architektur, Ingenieurleistungen, Gebäudetechnik und weiteren Planungsdisziplinen kann Abläufe vereinfachen und die Erfüllung komplexer Anforderungen erleichtern. Zusätzlich gilt serielles Bauen mit vorgefertigten Bauteilen als wichtiger Hebel, um Bauzeiten zu verkürzen und Kosten zu senken.