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Wohnungsfertigstellungen fallen auf niedrigsten Stand seit 2012

2025 wurden in Deutschland nur noch 206.600 Wohnungen fertiggestellt, 18,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotz steigender Baugenehmigungen bleibt der Wohnungsbau unter Druck. Hohe Kosten, Regulierung und lange Verfahren bremsen den Markt, der Bauüberhang bleibt weiter groß.

Der Wohnungsbau in Deutschland steckt weiter in der Krise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 nur noch 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht einem Rückgang um 18,0 Prozent beziehungsweise 45.400 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr. Damit sank die Zahl der Fertigstellungen bereits zum zweiten Mal in Folge deutlich und erreichte den niedrigsten Stand seit 2012.

Besonders stark betroffen waren Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Zahl fertiggestellter Einfamilienhäuser ging um 23,3 Prozent auf 41.800 zurück, bei Zweifamilienhäusern lag das Minus bei 21,4 Prozent auf 13.800. Auch der Geschosswohnungsbau verlor deutlich: In Mehrfamilienhäusern entstanden 109.800 Neubauwohnungen, 18,9 Prozent weniger als 2024. In neu errichteten Wohnheimen wurden 7.200 Wohnungen fertiggestellt, ein Rückgang um 15,1 Prozent.

Bundesbauministerin Verena Hubertz bezeichnete die Zahlen als „schlecht“ und verwies auf die Folgen der Krisenjahre. Zugleich sieht sie im Anstieg der Baugenehmigungen ein positives Signal. Diese legten 2025 um 10,6 Prozent auf 238.100 Wohnungen zu. Der Bauüberhang blieb mit 760.700 genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen nahezu unverändert hoch. Davon befanden sich 307.200 bereits im Bau. Zugleich erloschen 35.700 Genehmigungen, der höchste Wert seit 2002.

Das Ifo-Institut rechnet für 2026 nur noch mit 185.000 Fertigstellungen. Belastend wirken nach Einschätzung der Experten steigende Materialkosten, höhere Finanzierungskosten, geopolitische Unsicherheiten, fehlendes Bauland und langwierige Planungs- und Verwaltungsprozesse.

„Der Wohnungsbau-Turbo kann Impulse setzen, ersetzt aber keine strukturelle Entlastung. Ohne weniger Komplexität, mehr Planungssicherheit und eine realistische Kostenbasis dürfte der Neubau weiter hinter dem Bedarf zurückbleiben“, bewertet Martin Kaßler, VDIV-Geschäftsführer, die aktuelle Lage.