27.07.2026 Ausgabe: 5/2026

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Vom Cola-Automaten zur Aufzuganlage: IoT-Lösungen optimieren die bedarfsgerechte technische Wartung und Instandhaltung – ein Projektbericht

Ein Getränkeautomat sendet Daten an seinen Betreiber, wie viel Ware er noch enthält, damit er rechtzeitig nachgefüllt wird – das schon vor mehr als 40Jahren (!)und wahrscheinlich als erstes Beispiel für funktionierendes Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Heute finden sich Sensoren und IoT fast überall, wobei die Immobilienwirtschaft allerdings zu den Nachzüglern gehört.

Aufzugstörungschlimmer als Heizungsausfall

Die positiven Effekte, auch für die Immobilienwirtschaft, liegen auf der Hand: Die vorausschauende Wartung einzelner technischer Anlagen und damit auchdie besserePlanbarkeit von Instandhaltungs- und Sanierungsmaß-nahmen sind von Vorteil: Aufzüge sind in der Praxis häufig sensible Bereiche. „Wenn Aufzüge ausfallen, ist das oft schlimmer als eine Störung der Heizungsanlage“, bestätigt Uwe Harre, geschäftsführender Gesellschafter der HARREHausverwaltung in Rastede. Das Unternehmen betreut rund 280 Wohnimmobilien mit knapp 100 Aufzügen unterschiedlicher Hersteller, mittlerweile nachgerüstet mit einer typen- und altersunabhängig funktionierenden IoT-Lösung von Hundt Consult. „Ein Beispiel ist die Auf-zuganlage in einer Ferienimmobilie aus den 1970ern in Friesland“, so Harre. „Nach bereits erfolgter Teilsanierung stehen perspektivisch weitere Sanierungsschritte an, für die das Unternehmen ein Konzept ausarbeitet, das auf Daten basiert, die die nachgerüstete IoT sammelt."

Vorteile der Datensammlung

Erhoben werden u.a. Aufzugsbewegungen, Vibrationen während der Fahrt, Häufigkeit und Geschwindigkeit von Türöffnung etc. - kurz: alles, was eine nutzungsbezogene Einschätzung des Verschleißeserlaubt. Bauteile können so gemäß ihrem tatsächlichen Lebenszyklus ausgetauscht werden, nicht nach starren Fristen, in denen ein Aufzug vielleicht kaum genutzt wurde. „Ein Sanierungskonzept auf Grundlage gesammelter Daten erlaubt es erstmals, in die Zukunft zu schauen und unabhängiger von den Herstellern zu werden, die Bauteile gerne häufiger ersetzen“, so Harre. „In Eigentümerversammlungen kommt das gut an, wenn man solche Investments risikofrei aufschieben kann.“ Stichwort Investment: Die Kosten der von Hundt Consult in den letzten zehn Jahren begleiteten Aufzugsanierungen lagen durchschnittlich bei 70.000 Euro je Anlage.

Letztlich hilft KI

Die erwähnte IoT-Lösung hatbislang insgesamt mehr als1,25 MilliardenAufzugfahrten erfasst, eine Gesamtstrecke, die 13 Mal zum Mond und wieder zurückführen würde – genügendDaten, um damit eine eigene Künstliche Intelligenz (KI) zu trainieren, die automatisch Muster und Auffälligkeiten im Fahrverhalten erkennt.

VDIV Aktuell Autor - Alexander Wüllner
Wüllner, Alexander

Geschäftsführer Hundt Consult 
www.hundt-consult.de

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