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Die Zahl von Diebstählen und Vandalismus an Immobilien in Bau- und Sanierungsphasen nimmt zu. Klassische Sicherungsmaßnahmen stoßen an ihre Grenzen. Bei der Absicherung solcher Maßnahmen spielt Videoüberwachung heute eine zentrale Rolle. Wie kann sie datenschutzkonform eingesetzt werden?
Im Lebenszyklus einer Immobilie zählen Baustellen zu den besonderen Gefahren – unabhängig davon, ob es sich um Neubauten, Sanierungen im Bestand oder Modernisierungs-m a ß n a h m e n a n Wohn- und Gewerbeimmobilien handelt. Diebstahl, Vandalismus und unbefugter Zutritt nehmen seit Jahren zu, wobei Täter zunehmend gezielt und organisiert vorgehen. Besonders betroffen sind temporäre Baustellen, Maßnahmen im laufenden Betrieb sowie Objekte in innerstädtischen oder besonders abgelegenen Lagen. Die Folgen können erheblich sein: Gestohlene Materialien, beschädigte Technik und unterbrochene Bauabläufe führen zu Verzögerungen, Mehrkosten und erhöhtem Abstimmungsaufwand gegenüber Eigentümern, Bauunternehmen und anderen Dienstleistern. Baustellenkriminalität ist damit ein relevantes wirtschaftliches und organisatorisches Risiko im Immobilienmanagement.
Wie stark die Bedrohungslage inzwischen ist, zeigt auch der BauWatch Crime Report 2025, eine europaweite Branchenbefragung zur Baustellenkriminalität. In Deutschland berichten 64 Prozent der Befragten von einer steigenden Kriminalitätsbelastung. Fast jeder Dritte nennt organisierte Kriminalität als Hauptform der Vorfälle – ein Wert, der deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegt. Besonders relevant ist die Art des Diebesguts: Der Studie zufolge zählen Kupfer (64 Prozent) und Kabel (56 Prozent) zu den am häufigsten gestohlenen Materialien. Der Verlust dieser Komponenten führt nicht nur zu unmittelbaren Ersatzkosten, sondern häufig auch zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen.
Die Auswirkungen sind messbar: 48 Prozent der Befragten geben an, dass sich Projekte infolge von Diebstahl oder Vandalismus verzögert haben, 25 Prozent berichten laut der BauWatch-Studie von Budgetüberschreitungen. Für Verwaltungen bedeutet dies zusätzlichen Koordinationsaufwand, erhöhte Kostenkontrolle und nicht selten Erklärungsbedarf gegenüber den Eigentümern.
Bauzäune, Beleuchtung und Warnschilder sind weiterhin notwendige Basiselemente der Sicherung, stoßen in der Praxis jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Sie wirken passiv, sind statisch und ermöglichen keine aktive Reaktion auf Vorfälle. Das sind Schwächen, die Täter gezielt ausnutzen – insbesondere außerhalb der Arbeitszeiten, an Wochenenden oder bei längeren Bauunterbrechungen.
Mobile Videoüberwachung kann dazu beitragen, diese Lücke zu schließen: Sie wirkt sichtbar abschreckend, erkennt unbefugten Zutritt frühzeitig und erlaubt dank 24/7-Anbindung an eine zertifizierte Notruf- und Serviceleitstelle die sofortige Reaktion auf Vorfälle. Moderne, mobile Systeme lassen sich kurzfristig installieren und flexibel an wechselnde Bauphasen anpassen. So lassen sich gezielt besonders gefährdete Bereiche wie Materiallager, Tiefgaragenzufahrten, Technikräume oder Außenanlagen absichern. Ziel ist es, Vorfälle aktiv zu verhindern, bevor Schäden entstehen – und nicht, sie lediglich im Nachhinein zu dokumentieren.
Risikobasiert planen: Der Einsatz von Videoüberwachung sollte sich an Objektart, Lage, Bauphase, Materialwerten und Zugänglichkeit orientieren.
Sichtbare Abschreckung nutzen: Präsente Kamera systeme und Beleuchtung wirken präventiv. In vielen Fällen verhindert bereits die sichtbare Absicherung den Tatversuch – ein wichtiger Faktor, um Schäden und Folgekosten zu vermeiden.
Auf Erkennung und Intervention setzen: Entscheidend ist der Unterschied zwischen reiner Aufzeichnung und Handlungsfähigkeit. Die mobile Videoüberwachung entfaltet ihren Nutzen vor allem dann, wenn unbefugter Zutritt erkannt und eine unmittelbare Reaktion eingeleitet werden kann.
Vorfälle dokumentieren und auswerten: Klare Protokolle unterstützen die Schadensklärung, dienen als Nachweis gegenüber Versicherern und helfen dabei, Sicherheitskonzepte für künftige Maßnahmen zu optimieren. In die Objekt- und Bauorganisation integrieren: Baustellensicherung darf keine Insellösung sein. Klare Zuständigkeiten, transparente Kommunikation und Anpassungen bei Phasenwechseln sind entscheidend – insbesondere bei Maßnahmen im laufenden Betrieb.
Der Einsatz von Videoüberwachung im Umfeld von Bau- und Sanierungsprojekten setzt klare datenschutzrechtliche Leitplanken voraus. Zulässig ist sie, wenn sie zweckgebunden, verhältnismäßig und transparent erfolgt. In der Praxis bedeutet das: Die Kameras erfassen ausschließlich das Bau- oder Objektgelände, öffentliche Bereiche und Nachbargrundstücke sind ausgeschlossen. Eine Tonaufzeichnung findet nicht statt. Die Überwachung ist zeitlich begrenzt und erfolgt in der Regel außerhalb der Arbeitszeiten. Aufzeichnungen werden nur kurzfristig gespeichert und nur dann länger vorgehalten, wenn es zu einem sicherheitsrelevanten Vorfall kommt. Deutliche Hinweisschilder stellen sicher, dass Bewohner, Dienstleister und Besucher jederzeit informiert sind.
Baustellenkriminalität hat sich zu einem strukturellen Risiko mit spürbaren Auswirkungen auf Kosten, Zeitpläne und die Verwaltungsarbeit entwickelt. Videoüberwachung unterstützt Immobilienverwaltungen dabei, Bau- und Sanierungsmaßnahmen wirksam abzusichern, indem sie Abschreckung, Erkennung und Reaktion verbindet. Wird sie gezielt, begrenzt und transparent eingesetzt, verbessert sie nicht nur die Sicherheit auf Baustellen, sondern trägt auch zu einem sicheren Umfeld für Bewohner, Nutzer und Passanten bei.
Marketing BauWatch
Projekt Service GmbH, Ratingen
www.bauwatch.com