27.10.2026 Ausgabe: 7/2026

Eine logistische Aufgabe stemmen

Robotik unterstützt Arbeitsabläufe der Fensterinstandsetzung – ein Projektbericht

Weil Fensterflügel bis zu 150 Kilogramm schwer sind, wird selbst eine vermeintlich einfache Repa­ratur zur logistisch anspruchsvollen Aufgabe. Die Immobilienverwaltung der Berliner Zentrale des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung stand damit vor einer Herausforderung: Rund 1.100 Fenster, viele bodentief sowie schallschutz- oder sicherheitsverglast, zählt das Verwaltungs­gebäude auf einer Fläche von insgesamt 20.000 Quadratmetern in der Caroline-Michaelis-Straße. Einzelne Fensterbeschläge zeigten nach etwa zehn Jahren erste Verschleißerscheinungen, mussten zum Teil bereits außer Betrieb genommen werden.

Nun ging es darum, die Sicherheit schnell wiederherzustellen, ohne den Betrieb mit rund 700 Arbeitsplätzen unnötig zu beeinträchtigen. Ein kompletter Fensteraustausch kam nicht infrage. Neue Schwerlastbeschläge sollten die vorhandenen Bauteile wieder zuverlässig nutzbar machen und ihre Lebensdauer verlängern.

Körperliche Grenzen überwinden

Mit der Reparatur beauftragte die Immobilienverwaltung die Service Friends. Die Unternehmensgruppe ist an rund 40 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten – mit Fachbetrieben, die Fenster, Türen und Dachfenster aller Marken und Hersteller reparieren, warten, sanieren, sichern und erneuern. Immobilienverwaltungen, Wohn u ngsgenossen-schaften, Bestandshalter und private Immobilieneigentümer zählen zu den Kunden. Und wo bei großen und schweren Flügeln Handarbeit schnell an körperliche Grenzen stößt, bringt das Unternehmen Spezialwerkzeug zum Einsatz: In Berlin ist es der Gelenkroboter Roberta, der das Montageteam unterstützt, indem er Bauteile kontrolliert bewegt, das Team entlastet und für einen gleich­mäßigen Arbeitsablauf sorgt. Auf Rollen fährt Roberta durch Flure und Büros, saugt die schweren Fensterflügel an und hält sie zur Reparatur in Position. Niemand muss das enorme Gewicht selbst tragen, stattdessen können sich die Fachkräfte auf den Austausch und die präzise Einstellung der Beschläge konzentrieren.

Reparatur im laufenden Betrieb

Raum für Raum arbeitet sich das Team durch das Gebäude und stimmt seine Einsätze auf die Arbeitsabläufe in den Büros ab zuerst die besonders kritischen Fenster, dann systematisch weitere Einheiten – fast ohne den Betrieb zu stören.

Die verschlissenen Beschläge werden durch höher dimensionierte Schwerlastbeschläge ersetzt, um die Tragfähigkeit zu steigern und die Fenster für die weitere Nutzung sicher zu machen. Dabei bleibt die vorhandene Bausubstanz erhalten. Die Immobilienverwaltung konnte so den aufwendigeren Komplettaustausch umgehen und die Eingriffe in die Gebäudehülle gering halten.

Ein Beispiel dafür, wie sich Sicherheit, Effizienz und Werterhalt in der Instandsetzung verbinden lassen. Wenn Roberta auch keine Fachkraft ersetzt, so trägt sie doch dazu bei, eine schwere Aufgabe zu stemmen und Reparaturen im laufenden Gebäudebetrieb sicher auszuführen.

VDIV Aktuell Autor - Dr. Christian Faden
Faden, Dr. Christian

CEO Roto Professional Service
www.roto-professional-service.de

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