09.12.2025 Ausgabe: 8/2025

Künstliche Intelligenz

Generativ ist sie stark, integriert wirksam.

Generative Modelle Künstlicher Intelligenz (KI) wie ChatGPT, Gemini oder Claude können sekundenschnell Texte verfassen oder Zusammenfassungen erstellen. Doch so beeindruckend diese Fähigkeiten sind, für Immobilienverwaltungen reicht reine Textintelligenz nicht aus. Erst wenn KI nahtlos in bestehende Systeme, Datenbestände und Workflows eingebunden wird, entsteht echter Mehrwert, nämlich Prozessintelligenz.

Kontext schlägt Kreativität.

Eine isolierte KI kann zwar Formulierungen liefern, sie kennt jedoch nicht die Stammdaten, Beschlüsse oder Dokumente der Verwaltung. Integrierte KI-Lösungen greifen direkt auf diese Informationen zu. Ein Schreiben für ein Angebot oder ein Auftrag entsteht dann nicht nur sprachlich korrekt, sondern automatisch mit allen Objekt- und Vorgangs-relevanten Daten.

Standardisierung und Qualität

Ein weiterer Vorteil integrierter Systeme liegt in der Wieder-holbarkeit. Anstatt dass jeder Mitarbeitende eigene Prompts oder Textvorlagen entwirft, sind Standards hinterlegt. So entstehen gleichbleibend hohe Qualität und ein einheitlicher Außenauftritt. Im Hintergrund sorgt die KI zudem für automatische Qualitätssicherung. Rechtschreibung, Formulierungen und Struktur werden überprüft, ohne dass zusätzliche Zeit investiert werden muss.

Praxisbeispiel: vom Eingang bis zur Belegprüfung

Wie integrierte KI in der Praxis wirkt, zeigt ein typischer Ablauf: Eine Nachricht geht ein. Bereits beim Öffnen schlägt die KI einen passenden Prompt vor, etwa: „Eingang bestätigen und über Auftragsvergabe informieren.“ Ein kurzer Blick auf den Entwurf genügt, Sekunden später erhält der Kunde eine qualifizierte Rückmeldung. Mit einem Klick wird aus der Nachricht ein Vorgang. Titel und Beschreibung sind automatisch befüllt. Soll ein Auftrag erstellt werden, greift die KI auf Objekt- und Vorgangsdaten zurück und generiert die passenden Inhalte.

Nach Abschluss der Arbeiten folgt die Rechnung. Auch hier greift KI ein: Sie liest die Rechnung aus, ordnet Objekt und Dienstleister zu, prüft die Kontoverbindung und verhindert so Falschüberweisungen. Der Objektbetreuer gibt mit einem Klick frei, übergibt an die Buchhaltung und stellt die Rechnung den Beiräten zur Belegprüfung bereit.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie viele Schritte durch integrierte KI unterstützt werden und dass ihre größte Stärke darin liegt, nahtlos im Hintergrund zu wirken.

Einfachheit und Vertrauen

Für die Anwendung gilt: Komplexität hat im Verwaltungsalltag keinen Platz. KI muss dort verfügbar sein, wo sie gebraucht wird – per Knopfdruck, ohne Copy & Paste und technisches Vorwissen. Wer tiefer einsteigen möchte, kann eigene Prompts anpassen, alle anderen profitieren von Standards. Ebenso wichtig: Datenschutz muss integraler Bestandteil integrierter Systeme sein. So wird vermieden, dass Mitarbeitende sensible Inhalte in externe Tools auslagern oder E-Mails in kostenfreien KI-Versionen manuell anonymisieren müssen.

Fazit

Durch die Verbindung mit Stammdaten, Beschlüssen, Dokumenten und Workflows wird KI zum Werkzeug der Prozessoptimierung. In Software-Lösungen wie etg24 ist KI bereits integraler Bestandteil vieler Funktionen – für mehr Effizienz im Tagesgeschäft und mehr Servicequalität für Eigentümer und Mieter.

VDIV Aktuell Autor - Helena Schwarz
Schwarz, Helena

Immobilienverwalterin, 
Produktmanagerin 
etg24 GmbH
www.etg24.de