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Mittelständische Messdienstleister erweitern ihr Portfolio und entwickeln sich zu Knotenpunkten neuer, digitaler Servicepartnerschaften. Davon können auch WEG-Verwaltungen direkt profitieren.
Submetering ist eine sichere Bank für Messdienstleister? Mag sein! Aber wer dauerhaft nur darauf setzt, verpasst den Anschluss. Genau darum ist die Messdienstbranche vielerorts im Wandel. Kleine und mittelständische Messdienstunternehmen entwickeln sich in neue Servicebereiche hinein, die durch neue gesetzliche Vorgaben, technologische Entwicklungen und wachsende Anforderungen von Immobilienverantwortlichen entstehen. Was sich dabei besonders deutlich zeigt: Der klassische Blick auf einzelne Gewerke hat ausgedient. Heute geht es um integrierte Lösungen über alle Energieströme und Systeme hinweg.
Kleine und mittelständische Messdienstleister, viele davon eigentümergeführt und regional stark verankert, entwickeln sich in diesem Umfeld zunehmend zu wichtigen Partnern von WEG-Verwaltungen. Die Basis dafür bilden oft Kooperationen mit etablierten Software-Firmen und Start-ups, aber auch eigene Aus- oder Neugründungen entsprechender Dienstleister, die wiederum zusätzlich mit anderen Submetering-Anbietern zusammenarbeiten. Durch solche vielschichtigen und flexiblen Partnerschaften entsteht ein komplett neues Ökosystem mit neuen Angeboten – vom Mieterstrommodell über die Digitalisierung von Heizungsanlagen bis hin zur Lade-stromabrechnung.
Wie dynamisch sich die Branche entwickelt, zeigte sich Ende Oktober 2025 auf der Messepremiere der Heikom in Erfurt. Mehr als 1.000 Besucher, rund 60 Aussteller und der rege fachliche Austausch machten deutlich: Strom, Wärme und Wasser, Sensorik, Datenanalyse und -nutzung wachsen immer mehr zusammen, unterstützt durch die stetig zunehmende Einbindung Künstlicher Intelligenz. Auf der Heikom vertreten waren etablierte Anbieter wie Engelmann, Aareon, Qundis, Vodafone, Ei Electronics oder Sontex ebenso Newcomer und Spezialisten wie KUGU Home, Smart Red, Triowatt, Arasys, Einhundert Energie oder Pionierkraft. Vernetzung und Partnerschaften zwischen klassischem Messdienst und neuen digitalen Playern standen auch auf der Messe im Fokus. Gemeinsam können sie Services anbieten, die echte Mehrwerte für Eigentümer und Nutzer schaffen.
Eine zentrale Funktion haben in der Arbeitswelt der Messdienstleister traditionell Systeme zur Kostenverteilung. Mit der zunehmenden Nutzung von Strom für Wärme und Mobilität im häuslichen Umfeld ergeben sich neue Anforderungen an die Software, ebenso durch die Verbreitung von Photovoltaik(PV)-Anlagen. Hinzu kommt, dass Wohnungsunternehmen und WEG-Verwaltungen zunehmend den Bedarf haben, dass sämtliche Kostendaten in einer Abrechnung erscheinen und auch sämtliche Energieflüsse über ein System einseh- und analysierbar sind. Die Arasys GmbH als einer der führenden Anbieter von Abrechnungs-Software, die bereits bei etwa 50 Messdienstunternehmen erfolgreich eingesetzt wird, u. a. bei der EAD-Gruppe, arbeitet jetzt an einer integrierten Lösung, die genau diese neuen Anforderungen erfüllen soll. Mit dem Modul HK4 als Cloud-Lösung entwickelt Arasys ein Tool, das nicht nur alle bisher notwendigen Standards der Heizkostenabrechnung mit hohem Automatisierungsgrad abdeckt, sondern auch eine moderne, cloudbasierte Abrechnung von Mieterstrom und Ladestrom für E-Fahrzeuge als Zusatzmodul anbieten wird. Pilot-Objekte der neuen Lösung sind bereits im Test; Mitte 2026 wird mit dem neuen Abrechnungskern HK4 die Voraussetzung für die neuen Module geschaffen. Potenzielle Nutzer der Software sind nicht nur kleine und mittelständische Messdienstunternehmen, sondern auch Wohnungsunternehmen in Selbstabrechnung oder Stadtwerke. Das neue Modul soll Kunden übergreifend den Einstieg in neue Geschäftsfelder rund um Strom ermöglichen, indem es alle Prozesse und Funktionen moderner Abrechnungsservices integriert anbietet.
Ein weiteres Beispiel für Neugründungen durch Submetering-Anbieter ist seit 2017 die Smart-Red GmbH, eine gemeinsame Tochter der ABM-Mess Service GmbH aus Dornstadt bei Ulm und der smartme AG aus Rotkreuz in der Schweiz. Smart-Red hat sich auf Mieterstrom spezialisiert – mit Fokus auf Abrechnung, Visualisierung und digitale Infrastruktur. In mehreren Hundert Projekten hat Smart-Red inzwischen PV-Anlagen, Ladepunkte, Speicher und Submetering zu einem integrierten System verbunden. Über 500 Projekte hat Smart-Red inzwischen begleitet, u. a. in einem Neubaukomplex mit insgesamt 44 Wohn- und Gewerbeeinheiten in Ismaning, die von einer leistungsstarken PV-Anlage auf dem Dach versorgt werden. Die Anlage mit einer Leistung von 183 kWp erstreckt sich über beeindruckende 900 Quadratmeter. Ziel des Immobilienverantwortlichen, der Körmer GmbH, war es, einen Großteil des Strombedarfs vor Ort durch erneuerbare Energien zu decken und so auch den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund hat die Anlage auch fünf Ladestationen bekommen, deren Abrechnung ebenfalls über Smart-Red erfolgt – über die Plattform des Unternehmens auch mit Google- oder Apple Pay.
Ein anderes Feld, in dem neue Partnerschaften innovativ wirken, ist die Heizungsoptimierung. Sensorik, Wetterprognosen, Verbrauchsdaten und die physikalischen Eigenschaften des Gebäudes fließen etwa bei der KUGU Home GmbH in die kontinuierliche und automatisierte Steuerung von Heizsystemen ein. Der Effekt: Bei unverändert hohem Komfort lassen sich so durchschnittlich über 20 Prozent Energie, Kosten und CO2-Emissionen einsparen. Insgesamt betreut KUGU inzwischen rund 20.000 Gebäude.
Wie die Lösung in der Praxis funktioniert, zeigt ein Projekt in Leipzig: Die Mess-Profis GmbH suchte dort auf Wunsch der KKS Leipziger Immobilienservice GmbH nach einer digitalen Lösung zur Heizungsoptimierung für zwei hochwertige Altbau-Immobilien. Die Mess-Profis betreuen als mittelständischer Submetering-Dienstleister gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen TEHA – Technischer Hausservice GmbH knapp 220.000 Wohneinheiten. Leipzig ist einer ihrer neun Standorte bundesweit. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit KUGU sprechen für sich: In zwei Altbauten wurden binnen zwei Monaten Energieeinsparungen von 33 Prozent und mehr erreicht. Die Lösung ist kurzfristig installierbar, voll umlagefähig und besonders für den Bestand geeignet.
Diese und viele weitere Beispiele zeigen, wie vielschichtig die Zusammenarbeit zwischen genuinen Messdienstunternehmen und neuen oder neu gegründeten Branchenpartnern sein kann. Als Dachverband versteht sich DEUMESS als Impulsgeber und Kontaktplattform für solche Entwicklungen. Mit über 220 Mitgliedern unterstützt der Verband mittelständische Messdienstleister dabei, neue Partnerschaften einzugehen, Technologien zu erschließen und ihre Services weiterzuentwickeln. Schulungsangebote, Networking-Events und zunehmend auch eigene technische Entwicklungen gehören zu den Bausteinen dieser Strategie.
Für WEG-Verwaltungen liegen Vorteile nicht nur in der Zusammenarbeit – sie finden über die Messdienstsuche unter www.deumess.de auch gezielt passende Partner aus ihrer Region, die Energiedaten erfassen und darüber hinaus auch integriert und gewerkeübergreifend für digitales Energie- und Gebäudemanagement nutzen.
Mitglied des Vorstands
DEUMESS
e. V. www.deumess.de