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Immer mehr Hausverwaltungen rechnen ihre Heizkosten selbst ab

© Conlivo / Stefan Kuhnigk

Hausverwaltungen können die Heizkostenabrechnung heute mit immer weniger Aufwand selbst erstellen, softwaregestützt und rechtskonform. Doch welche Vorteile bringt das – und welches Potenzial hat die Selbstabrechnung für das eigene Portfolio?

Seit letztem Jahr rund 100.000 Wohneinheiten im Wechsel zur Selbstabrechnung

Allein das Hamburger Software-Unternehmen Conlivo begleitet nach eigenen Angaben seit 2025 knapp einhundert Hausverwaltungen beim Wechsel in die Selbstabrechnung. Zusammen verwalten diese rund 100.000 Wohneinheiten. „Das Wachstum zeigt, wie stark der Wunsch der Verwaltungen ist, ihre Abrechnung selbst in die Hand zu nehmen und unabhängiger von großen Konzernen zu werden“, sagt Lennart Jörn, Geschäftsführer von Conlivo.

Neue Heizkostenverordnung erleichtert den Wechsel zur Selbstabrechnung 

Ein wesentlicher Treiber für die Entwicklung ist die Novelle der Heizkostenverordnung. Denn seit dem 1. Dezember 2022 müssen neu verbaute Heizkostenverteiler und Zähler fernablesbar und herstellerunabhängig auslesbar sein. Für ältere Zähler läuft die Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2026. Ab 2027 gilt die Pflicht flächendeckend, bis auf wenige Ausnahmen, für die es Übergangsfristen gibt (§5 Abs. 4 HeizkostenV). Damit verfügt ein wachsender Teil der Liegenschaften über die technische Voraussetzung für die Selbstabrechnung.

333.000 Euro Zusatzumsatz durch die Selbstabrechnung der Heizkosten

„Wer die Heizkostenabrechnung erstellt, darf sie auch in Rechnung stellen“, erklärt Lennart Jörn und rechnet es am Potenzialrechner auf der Conlivo-Website vor. Eine von Conlivo begleitete Hausverwaltung verwaltet beispielsweise 6.018 Einheiten. Für die Heizkostenabrechnung zahlt sie ihrem Messdienstleister bislang im Schnitt 79 Euro netto pro Einheit und Jahr. Rechnet sie selbst ab, bleiben ihr nach Abzug aller Software- und Datenkosten rund 333.000 Euro netto pro Jahr als zusätzlicher Verdienst.

Vorteile der Selbstabrechnung: Der Effizienzgewinn ist der eigentliche Hebel

Die Marge sei für viele der erste Anlass, sich mit der Selbstabrechnung zu beschäftigen, so Jörn. Den Ausschlag für den Wechsel gebe aber meist der Effizienzgewinn: Alle Abrechnungen entstehen in einer Software mit gemeinsamem Datenbestand. Die Verwaltung bestimmt den Abrechnungszeitpunkt selbst und kann, sobald Verbrauchs- und Kostendaten vorliegen, abrechnen. Rückfragen lassen sich dank der Daten im eigenen System direkt beantworten und Abrechnungen jederzeit neu erzeugen, etwa bei einem spät gemeldeten Nutzerwechsel. Gesetzliche Vorgaben wie die unterjährige Verbrauchsinformation (uVI), die CO₂-Kostenaufteilung, Pflichtangaben und den Jahresvergleich berücksichtigt die Software automatisch und prüft jedes Ergebnis auf Plausibilität. Zugleich erschließt die Selbstabrechnung eine neue Einnahmequelle, weil die Verwaltung ihre Leistung selbst gegenüber den Eigentümern berechnet und die Wertschöpfung im eigenen Haus bleibt.

Das Gerätemanagement bleibt beim Messdienstleister

Jörn betont jedoch, dass der Wechsel zur Selbstabrechnung kein Gegenentwurf zum bisherigen Abrechnungs-Modell sei, sondern eine sinnvolle Ergänzung, die das Beste aus zwei Welten verbinde. „Die Heizkostenabrechnung wandert in die Verwaltung, wo die Expertise liegt, während Geräte, Montage und Wartung weiterhin beim Dienstleister bleiben, der über jahrelanges Know-how verfügt.“

Fragen zur Selbstabrechnung?

Conlivo unterstützt VDIV-Mitglieder kostenlos dabei, das Potenzial der Selbstabrechnung für den eigenen Bestand zu ermitteln und zu erkennen, in welchen Liegenschaften sich der Wechsel am schnellsten rechnet: www.conlivo.de

Der Potenzialrechner von Conlivo liefert Hausverwaltungen einen ersten Orientierungswert, ob sich die Selbstabrechnung für Ihr Portfolio rechnet. / © Conlivo