VDIV Die Stimme
30.08.2019

Erst Nachbarn checken, dann kaufen – oder eben nicht

Trautes Heim, Glück allein: Das klappt nicht immer, wie hunderttausende Klagen zu Nachbarschaftsstreitigkeiten im Jahr zeigen. Ein ständig bellender Hund oder stinkender Müll können sich schnell zu einem regelrechten Nachbarschaftskrieg entwickeln. Das wollen potentielle Immobilienkäufer für sich selbst natürlich vermeiden. Daher interessieren sich 83,2 Prozent der Kaufinteressenten bereits vor dem Immobilienkauf dafür, wer wir neuen Nachbarn wären.

Hunderttausende Klagen zu Nachbarschaftsstreitigkeiten gibt es hierzulande pro Jahr. Und Stress im eigenen Heim, das man sich in der Regel gekauft hat, um die kommenden Jahre darin entspannt zu leben, will keiner. Daher checken vor einem etwaigen Immobilienkauf 83,2 Prozent der Kaufinteressenten, mit wem sie es in der Nachbarschaft zu tun haben würden, so das Ergebnis einer Umfrage des Immobiliendienstleisters McMakler.

Mit etwas über 70,6 Prozent wollen die meisten Kaufinteressenten wissen, wie es um die Familienverhältnisse ihrer zukünftigen Nachbarn bestellt ist, beispielsweise, ob nebenan eine Familie mit vielen Kindern, eine alleinerziehende Mutter, ein älteres Ehepaar oder ein junges Pärchen lebt. Dabei bestimmt oftmals die persönliche Lebenssituation die Präferenz. 63,9 Prozent der Kaufinteressenten erkundigen sich zu den Wegerechten über das Grundstück. Sind diese nicht eindeutig geklärt, sind Konflikte oft vorprogrammiert. 

Auf Platz drei folgt der Heckenschnitt: Ob und wie der geregelt ist, sorgt bei 33,6 Prozent der Befragten für Interesse. Immerhin 27,7 Prozent der potenziellen Käufer interessiert, wie laut die Kinder nebenan sind, während 24,4 Prozent wissen wollen, ob die Nachbarn Haustiere haben.

Nach musikalischen Vorlieben und vielleicht musizierenden Nachbarn wird sich dagegen relativ selten erkundigt. Nur rund zehn Prozent der Makler, die an der Umfrage teilgenommen hatten, mussten dazu Auskunft geben.