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11.09.2019 - News

Der Blick über den Stadtrand kann sich lohnen

Steigende Mieten in den Ballungsräumen bei gleichzeitig niedrigen Zinsen sowie günstigen Baukrediten lassen bei Verbrauchern den Wunsch nach Wohneigentum wachsen. Allerdings stellt sich die Frage, wo in den sieben deutschen A-Städten sich der Kauf von Wohneigentum angesichts steigender Kaufpreise noch lohnt ‒ vor allem dann, wenn diese weit jenseits der 30-fachen Jahreskaltmiete liegen. Ein Blick über den Stadtrand hinaus in die Speckgürtel der Metropolen kann hier eine Alternative sein, wie eine Untersuchung des Immobiliendienstleisters McMakler zeigt.

Berliner Umland

In 22 der 45 analysierten Regionen im Umland der Hauptstadt liegt der Kaufpreisfaktor unter 24, in Rangsdorf und Mittenwalde beträgt er sogar nur 17,19 beziehungsweise 18,94. Das spricht dafür, dass es keine große Diskrepanz in der Relation zwischen Verhältnis von Kaufpreisen und Mieten gibt. In Kleinmachnow/Stahnsdorf sind sowohl die Kaufpreise als auch die Mieten im Berliner Umland am höchsten, wodurch sich ein moderater Kaufpreisfaktor von 23,12 ergibt. Wesentlich ungünstiger ist Kaufpreis-Miete-Verhältnis in Königs Wusterhausen, Schulzendorf und Wandlitz, hier wird die Schallmauer von 30 beim Vervielfältiger durchbrochen.

Im Norden

Nur bei 16 der 53 analysierten Hamburger Umland-Regionen ergibt sich ein Kaufpreisfaktor von unter 24. Dazu gehören unter anderem Handorf, Hamfelde in Holstein und Drage, wo Käufer aktuell neben Tremsbüttel die günstigsten Preise im Hamburger Umland zahlen. Fast ein Viertel der Regionen um Hamburg erzielt einen Vervielfältiger von 30 bis fast 40. In den Regionen Aumühle und Todendorf sind die Kaufpreisfaktoren mit 39,60 und 37,7 am höchsten.

Um Mainhattan

Im Speckgürtel von Frankfurt am Main erzielen mit Dietzenbach, Wöllstadt und Egelsbach nur drei der 37 analysierten Speckgürtel-Regionen einen Kaufpreisfaktor von unter 24. In der Hälfte liegt er darüber, aber noch unter einem Faktor von 30. In mehr als einem Drittel ist er höher. Den höchsten Kaufpreisfaktor erreicht Niederdorfelden mit 38,61, dicht gefolgt von Königstein im Taunus mit 38,52. Auch elf weitere Regionen des Frankfurter Speckgürtels erzielen einen Kaufpreisfaktor von über 30.

Um Stuttgart herum

Im Stuttgarter Umland erzielt nur eine der 33 analysierten Regionen einen Kaufpreisfaktor von unter 24. Das ist Hemmingen mit 22,64. In fast der Hälfte werden Immobilien für durchschnittlich 25 bis 27 Jahresnettokaltmieten gehandelt. Mit einem Faktor von über 30 klafft die Schere zwischen Mieten und Kaufpreisen am stärksten in Remseck am Neckar und in Leinenfeld-Echterdingen auseinander.

In der Region München

Im Speckgürtel von München geht die Schere zwischen Kauf- und Mietpreisen noch weiter auseinander. Nicht eine der 56 analysierten Regionen erzielt einen Kaufpreisfaktor von unter 24. Zudem schaffen es nur drei Regionen unter der 30er-Marke zu bleiben. Dazu gehören Oberschleißheim mit 25,77, dem niedrigsten Faktor im gesamten Ranking in Bezug auf die bayerische Landeshauptstadt, sowie Unterschleißheim mit 28,60 und Garching bei München mit 29,22. Insgesamt 53 der 56 analysierten Regionen erzielen einen Kaufpreisfaktor von 30 und mehr. In Straßlach-Dingharting ist das Verhältnis zwischen Kaufpreis und Miete mit 54,48 am ungünstigsten.

Im Westen

Im Düsseldorfer Speckgürtel gibt es mit Erkrath nur eine Region mit einem Kaufpreisfaktor unter 24. Dieser liegt bei durchschnittlich 23,24 Jahresnettokaltmieten. Fast zwei Drittel der Regionen liegen unter 27. Mit einem Vervielfältiger von 32,17 ist Meerbusch die einzige Region, welche die 30er-Schallmauer durchbricht. Außerdem müssen Interessenten hier mit den teuersten Kaufpreisen und Mieten rechnen. Im Allgemeinen weist das Düsseldorfer Umland überwiegend einen moderaten Kaufpreisfaktor auf: 11 der 15 analysierten Gebiete liegen unter der 28er-Marke.

Im Kölner Umland ist lediglich in den Regionen Kerpen, Erftstadt und Bergheim ein Kaufpreisfaktor von unter 24 festzustellen, in allen anderen 23 untersuchten Arealen liegt er höher. Mit einem Kaufpreisfaktor von über 29 ist das Verhältnis zwischen Kaufpreis und Miete in Langenfeld und Niederkassel am ungünstigsten. Im Allgemeinen liegt der Kölner Speckgürtel jedoch noch unter der 30er-Schallgrenze. Auffällig ist, dass rechts vom Rhein im Kölner Umland die Immobilienpreise den Mieten noch nicht so stark davonlaufen wie links vom Rhein. In Overath, Leverkusen, Bergisch Gladbach, Rommerskirchen und Burscheid liegt der Faktor zwischen 25,54 und 25,97.