VDIV Die Stimme
15.10.2020

Neuerungen und Änderungen: Das neue GEG kommt

Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) tritt zum 1. November 2020 in Kraft. Was sind die Neuerungen und wichtigsten Änderungen beim Energieausweis? Und vor allem: Was müssen Verwalter und Wohnungsunternehmen beachten?

Es wird ein einheitliches, auf einander abgestimmtes Regelwerk für die energetischen Anforderungen an Neubauten, an Bestandsgebäude und an den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden geschaffen”, heißt es von Seiten des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat über das neue GEG. Das bedeutet in erster Linie auch ein Zusammenführen bestehender Gesetze: Das bisherige Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die bisherige Energieeinsparverordnung (EnEV) und das bisherige Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) treten mit dem Inkrafttreten des GEG außer Kraft.

Neben neuen Vorgaben für Neubauten und Bestandsgebäude werden auch beim Thema Energieausweis einige Aspekte geändert, verschärft oder es kommen neu hinzu. Die gute Nachricht vorweg: Vor dem 1. Mai 2021 ausgestellte Energieausweise behalten ihre Gültigkeit bis zu deren Ablaufdatum. Energieausweise für Bestandsgebäude müssen erst ab dem 1. Mai 2021 nach den neuen Regelungen erstellt werden.

Sorgfaltspflicht steigt, Bußgeld sinkt

Ab November gilt eine strengere Sorgfaltspflicht des Ausstellers. Diese drückt sich zum Beispiel darin aus, dass Daten einer sorgfältigeren Prüfung unterliegen und nicht verwendet werden, wenn Zweifel an deren Richtigkeit bestehen. Neu ist zum Beispiel auch, dass dem Aussteller bei berechneten Daten die Berechnungen zur Verfügung gestellt werden müssen. Der verwendete Abrechnungszeitraum von mindestens 36 Monaten darf nicht länger als 18 Monate zurückliegen. Bei den Primärenergiefaktoren für Nah- und Fernwärme werden neue Pauschalwerte vorgegeben. Das bedeutet: Der Kunde muss gegebenenfalls die Primärenergiefaktoren bei seinem Versorger in Erfahrung bringen. Zudem wird künftig beim Thema Fernwärme anstelle des Baujahrs der Heizung das Baujahr der Übergabestation als „Baujahr Wärmeerzeuger” im Ausweis angegeben. Bei inspektionspflichtigen Klimaanlagen wird zudem das Fälligkeitsdatum der nächsten Inspektion ausgewiesen. Die Angabe von Treibhausgasemissionen erfolgt im neuen Energieausweis als äquivalente Kohlendioxidemissionen. Die Berechnung erfolgt auf Basis des Primärenergieverbrauchs, die Angabe erfolgt in Kilogramm/Jahr und Quadratmeter Gebäudenutzfläche. Auch die Stichprobenkontrollen werden geändert: Daten und Ausweis sind zwei Jahre aufzubewahren, auch das Datenformat wird hierbei vorgegeben und was es in Bezug auf die Datenschutzgrundverordnung zu beachten gilt. Eine weitere gute Nachricht: Bei Verstößen reduziert sich der Bußgeld-Höchstbetrag von 15.000 Euro auf 10.000 Euro. Dennoch: Wenden Sie sich für die Erstellung von Energieausweisen nach dem neuen GEG besser an Profis, um Überraschungen zu vermeiden.

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