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Reform des Wohnungseigentumsrechts: Nachweis der Sachkunde durch Zertifizierung

Wohnungseigentümer haben künftig das Recht, von ihrem Verwalter den Nachweis einer Zertifizierung einzufordern. So sieht es das umfassend reformierte Wohnungseigentumsgesetz (WEG) vor, das am 1. Dezember 2020 in Kraft trat. Diese neue Norm ist eine Zäsur und logische Konsequenz der erweiterten Befugnisse des Verwalters. Denn sie schafft erstmalig einen einheitlichen Standard zum Nachweis der notwendigen rechtlichen, kaufmännischen und technischen Fähigkeiten in der Wohnungseigentumsverwaltung.

Nach § 19 Abs. 2 Nr. 6 WEG können Eigentümer nun die Bestellung eines zertifizierten Verwalters verlangen. Als ein solcher darf sich gemäß § 26a Abs. 1 WEG bezeichnen, wer vor einer Industrie- und Handelskammer durch eine Prüfung nachgewiesen hat, dass er über die für die Tätigkeit als Verwalter notwendigen Kenntnisse verfügt. Nähere Bestimmungen zu Inhalt und Verfahren der Prüfung sowie über das zu erteilende Zertifikat erarbeitet das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz entsprechend § 26a Abs. 2 WEG aktuell in einer Rechtsverordnung. In dieser soll auch geregelt werden, unter welchen Voraussetzungen keine Prüfung erforderlich ist – dies gilt beispielsweise für ausgebildete Immobilienkaufleute.

Die Zertifizierungspflicht für Wohnungseigentumsverwalter wird am 1. Dezember 2022 wirksam. War bei Inkrafttreten des neuen WEG am 1. Dezember 2020 ein Verwalter bereits vertraglich bestellt, so können die Eigentümer in diesem Fall die Vorlage einer Zertifizierung erst ab dem 1. Juni 2024 verlangen.

Zertifizierung entbindet nicht von Weiterbildungspflicht

Entscheidend ist für Immobilienverwaltungen, dass die Zertifizierung nicht von der » Weiterbildungspflicht entbindet. Denn die Voraussetzungen des § 34c GewO in Verbindung mit § 15b MaBV gelten unbenommen fort. Die Zertifizierung ist vielmehr als Grundlage zu verstehen. Denn wie der VDIV Deutschland bereits in der Vergangenheit wiederholt ausführte, baut sinnvolle und hochwertige Weiterbildung auf einer stabilen Wissensbasis auf.

Mit der nun eingeführten Zertifizierungspflicht schafft der Gesetzgeber endlich die Voraussetzung für den bislang fehlenden vergleichbaren Mindestwissensstand von Immobilienverwaltern. Zugleich ist die neue Norm die logische Konsequenz der erweiterten Befugnisse sowie der infolgedessen gestiegenen Verantwortung des Verwalters und wertet das Tätigkeitsbild deutlich auf.

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