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30.09.2021 - News

Studie zu Wohnnebenkosten deckt erhebliche Unterschiede zwischen Kommunen auf

Die jährlichen Gebühren für Wohnnebenkosten steigen konstant. Der festgelegte Preis ist dabei Sache der jeweiligen Kommune, welcher der eigene Wohnort angehört. So sind erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Wohnorten auszumachen. Das Forschungsunternehmen IW Consult untersuchte die 100 größten Städte Deutschlands auf ihre Wohnnebenkosten und konnte dabei enorme Unterschiede feststellen.

Die Studie von IW Consult orientierte sich an den Kennzahlen der Abfallgebühren von 2019, den Abwassergebühren von 2020 und der Grundsteuer B von 2021 auf den Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Anhand eines Musterbeispiels (Einfamilienhaus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche und vier Bewohnern) wurden die Werte der unterschiedlichen Städte miteinander verglichen. Die Spanne reichte dabei von 915 Euro in Regensburg bis zu satten 2046 Euro in Leverkusen – ein Unterschied von über 1100 Euro jährlich. 

Interessanterweise konnten laut IW Consult keine strukturellen oder geografischen Gründe für die unterschiedlich hohen Preise ausgemacht werden. Weder Einkommensstärke, Größe oder Einwohnerdichte einer Stadt waren maßgeblich an höheren Kosten schuld. Hanno Kempermann, Studienautor bei IW Consult, ist der Meinung, dass die wirtschaftlich starken Bundesländer mit Augenmaß die Gebühren setzen würden. So ist es auch zu erklären, dass die zehn günstigsten Städte in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen liegen, während acht von den zehn teuersten Städten in Nordrhein-Westfalen zu finden sind. Ein Grund dafür ist das Ruhrgebiet, da hier die Kommunen aufgrund eines Notstandshaushalts gezwungen seien, ihre Gebühren zu erhöhen.

Kritiker der Studie wiesen auf die unterschiedlichen Leistungen sowie Rahmenbedingungen innerhalb der Kommunen hin. Ihrer Meinung nach sei es nicht möglich, die Kosten der verschiedenen Städte einfach nebeneinander zu stellen – Sonderleistungen wie etwa Sperrmüll-Abholung oder auch die Anzahl von Wertstoffhöfen innerhalb einer Kommune seien Faktoren, die sich in den Nebenkosten niederschlagen.