VDIV Die Stimme
Immobilienverwalter

Altersgerechter Umbau

Der demografische Wandel bringt für die kommenden Jahre große Herausforderungen mit sich. Bereits heute ist mehr als ein Fünftel der Deutschen 65 Jahre oder älter. Im Jahr 2035 wird ihr Anteil voraussichtlich auf mehr als ein Viertel steigen. Daher werden gegenwärtig rund 3 Millionen altersgerechte und barrierefreie Wohnungen benötigt. Aktuell erfüllen jedoch nur 560.000 Wohnungen diese Voraussetzungen. Dabei besteht seit vielen Jahren wissenschaftlicher Konsens darüber, dass die Mehrheit der Bevölkerung so lange wie möglich eigenständig in den eigenen vier Wänden leben möchte.

Barrierefreiheit bisher kaum ein Thema in Wohnungseigentümergemeinschaften

In Eigentümergemeinschaften spielt altersgerechter Umbau bis heute jedoch kaum eine Rolle. Dem 7. VDIV-Branchenbarometer zufolge haben 2018 gerade einmal 16,2 Prozent der befragten Verwalter altersgerechte Umbauten begleitet.

Dabei werden auch in den deutschlandweit rund 2 Millionen Eigentümergemeinschaften altersgerechte Wohnungen benötigt. Zugleich gilt es, im Gemeinschaftseigentum Barrieren zu reduzieren. Der Verwalter spielt dabei eine Schlüsselrolle. Seine Aufgabe ist es, Wohnungseigentümer für die Thematik des altersgerechten Umbaus zu sensibilisieren und sie über die Notwendigkeit und die Möglichkeiten von baulichen Anpassungen aufzuklären. Damit ist der Verwalter Initiator und zugleich Lotse von altersgerechten Umbauten in den Gemeinschaften. Durch sein Engagement können Sanierungen vorangetrieben und umgesetzt werden.

WEG-Reform 2020 schafft Rechtsanspruch auf altersgerechte Umbauten

Doch auch bei großem Engagement der Verwalter haben in der Vergangenheit immer wieder hohe Beschlussquoren die Initiierung altersgerechter Umbauten verhindert. Die 2020 abgeschlossene Reform des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) hat ihre Beschließung nun deutlich erleichtert. Denn nach § 20 Abs. 2 Nr. 1 WEG kann nun jeder Wohnungseigentümer verlangen, dass angemessene bauliche Veränderungen beschlossen werden, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderung dienen. Über die Durchführung ist dabei im Rahmen ordnungsgemäßer Verwaltung zu beschließen. Die Kosten einer solchen baulichen Veränderung nach § 20 Abs. 2 trägt der jeweilige Wohnungseigentümer.

VDIV-KfW-Publikation

Infobrief Spezial

Türschwellen, Treppenstufen vor und im Haus, enge Zugänge: Es gibt viele Barrieren in Wohngebäuden, die den Alltag von älteren oder behinderten Menschen einschränken. Der VDIV-KfW-Infobrief informiert über die verschiedenen Fördermöglichkeiten für barrierearme Sanierungen.

Stand: September 2018

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