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13.08.2018 - News

Klein- und Mittelstädte im Aufwind

Die Deutschen drängt es in die Großstädte – so oftmals die landläufige Meinung. Neue Zahlen allerdings zeigen ein anderes Bild. Klein- und Mittelstädte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Und dies spiegelt sich auch in den Immobilienpreisen wider.

Immobilienpreise und Mieten in Klein- und Mittelstädten steigen wieder. So lautet das Ergebnis des aktuellen Wohnungsmarktberichts des Analysehauses F+B Forschung und Beratung. Allein in den sieben Kleinstädten mit den höchsten Mietsteigerungen kletterten die Preise innerhalb eines Jahres schneller als in den Top-Metropolen. Beispiel: Weinstadt in Baden-Württemberg. Hier kletterten die Neuvertragsmieten im Vergleich zum Vorjahr um 16,1 Prozent, in Berlin dagegen nur um 8,9 Prozent. Auffällig ist, dass es laut F+B kaum noch Städte oder Landkreise gibt, in denen im zurückliegenden Jahr die Preise nicht angezogen haben Selbst in den strukturschwachen Städten im Ruhrgebiet zeichnet sich ein deutlicher Wachstumstrend ab. Diese Entwicklung führen die Analysten von F+B auf die hohen Renditechancen in diesen kleineren Städten zurück, die Investoren zum Kauf bewegen. Demgegenüber sinken die Renditen in den Großstädten.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie von Quantum Research Unit. Der neue Trend zur Suburbanisierung wirke sich laut Quantum auch auf die Bautätigkeit im Umland aus, so dass dort inzwischen mehr Wohnungen als in der Stadt entstehen. Günstiger wird es dennoch nicht: In einigen Landkreisen seien die Bestandsmieten in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als in der Kernstadt

Keine Lust auf Großstadtleben

Die „neue Lust” am Leben außerhalb der Großstadt bestätigt auch eine Umfrage der Bundesstiftung Baukultur: 45 Prozent der Befragten gaben an, am liebsten auf dem Land zu wohnen. 33 Prozent ziehen Klein- und Mittelstädte vor. Das Leben in der Stadt bevorzugen vor allem Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren. Von ihnen wollen 40 Prozent am liebsten in der Großstadt leben.