VDIV Die Stimme
05.11.2014 - News

DDIV-Präsidiumsmitglied zu Gast beim Russischen Verwalterverband

Bereits seit langem engagiert sich DDIV-Präsidiumsmitglied Werner Merkel für einen intensiven Austausch mit den russischen Verbandskollegen. Zuletzt war er zu Gast des russischen Verwalterverbandes in Moskau. Begleitet wurde er von Repräsentanten der Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa e.V. (IWO), die diese Aktivitäten koordinieren und unterstützen.
Austragungsort des nationalen Wohnungskongresses war das Analysezentrum bei der Regierung der Russischen Föderation. Verschiedene wohnungswirtschaftliche Institute, politische Vertreter und vor allem Repräsentanten zweier nationaler Verwalterverbände kamen am Runden Tisch zusammen, um die aktuellen Themen der russischen Immobilienverwaltung unter dem Leitthema „Fragen der Verwaltung von Wohnimmobilien im postsowjetischen Raum" zu diskutieren. Hierzu waren auch Kolleginnen und Kollegen aus Weißrussland und Lettland angereist.
Auf der Agenda standen unter anderem Redebeiträge zu folgenden Themen: „Aktuelle Trends im Wohnimmobilienmanagement in den GUS-Staaten", „Die Rolle der privaten Managementunternehmen in Deutschland", „Energiesparende Sanierungen von Wohngebäuden" oder auch „Berufsbildungsstandards im Bereich der Kommunalwirtschaft". Die Ausrichtung der Vorträge zeigt: die beherrschenden Themen ähneln denen, die hierzulande aktuell sind.

So waren die Vertreter des russischen Verwalterverbandes auch zum diesjährigen 22. Deutschen Verwaltertag eingeladen, der wenige Tage zuvor in Berlin stattfand. Aufgrund nationaler Angelegenheiten konnten die Russischen Vertreter dieser Einladung leider nicht folgen. Doch trotz der derzeitigen politischen Unstimmigkeiten waren fruchtbare Gespräche in kollegialem Kreis anschließend in Moskau möglich. Im Vordergrund stand ein praxisbezogener Informationsaustausch zur Verwaltung von Wohnungseigentümergemeinschaften. Nicht nur hier wurden weitere Gemeinsamkeiten deutlich: Sowohl im Verbandszweck als auch in der Aufgabe ähnelt der Verband der Russischen Föderation dem Dachverband Deutscher Immobilienverwalter. Wenngleich dieser von den Mitgliederzahlen um ein Vielfaches größer ist und auch in den zu verwaltenden Einheiten den DDIV deutlich übertrifft. So waren Verwaltungsgesellschaften vertreten, die weit über 400.000 Wohneinheiten betreuen.

Ebenso wie in Deutschland ist die Wahl eines Verwalters frei, muss aber der zuständigen kommunalen Behörde angezeigt werden. Eine gesetzliche Regelung der Verwaltungsgebühren besteht nicht und unterliegt dem freien Markt. Im Gegensatz zum deutschen System gibt es in Russland jedoch einige Grundsätze zur Zulassung von Verwaltern: So müssen Verwalter ihre Tätigkeit beispielsweise so genannten staatlichen Wohnungsinspektoren anzeigen. Diese überprüfen die Rechtmäßigkeit der von den Eigentümern gefassten Beschlüsse - sowohl die Korrektheit der Wahl des Verwalters, als auch den Verwaltervertrag.

Die häufigste Rechtsform ist - ebenso wir in Deutschland - die GmbH. Eine besondere Eigenart für die russischen Verwaltungsgesellschaften besteht darin, dass sie die Eigentümer kaum dazu bringen können, ihre Hausgelder zu zahlen und damit für die entstehenden Risiken zu haften. So droht, wenn alle Rücklagen aufgebraucht sind, neben dem schlechten Zustand des Gebäudes, auch der Bankrott der Eigentümergemeinschaft. Ein Zustand, der auch hier für eine Vermögensschadenhaftplicht spricht. Zudem spielt die in Russland nicht übliche Gebäudeversicherung eine sehr große Rolle – wenngleich man in Russland schon weiter ist wie in den meisten postsowietischen Ländern.

Wenn die Verwaltungstätigkeit in Russland auch nicht mit der in Deutschland direkt vergleichbar ist, waren die Erfahrungen, die Werner Merkel in die Meinungsbildung einbringen konnte, für die russischen Kollegen sehr hilfreich. Um den westlichen Standard zu erreichen, müssen allerdings noch einige Themen intensiv angegangen werden. Auch dafür steht Werner Merkel stellvertretend für den DDIV weiter in intensivem Kontakt mit den russischen Verwalterkollegen.

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